Wie bereits berichtet fand am 06.10.2018 im Zuge der CDU-Wochen eine Veranstaltung zum Thema „Verkehr“ statt. Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Herr Steffen Bilger gab sehr tiefgreifende Einblicke in die Zusammenhänge von Verkehrsplanung und ihrer Zuständigkeit. Im Anschluss an die Veranstaltung schlossen sich noch etliche Diskussionen an.

Als wichtigstes Thema stand natürlich die Frage im Raum, wie wir uns in Magstadt vor dem Durchgangsverkehr schützen können, wenn die Autobahn A81 vom Stuttgarter Kreuz bis nach Böblingen umgebaut wird. Bis dahin werden weder der Lückenschluss B295/B464 umgesetzt sein noch andere Maßnahmen durch Bund und Land ergriffen, um Magstadt von dem Umgehungsverkehr des Stuttgarter Kreuzes und der A81 zu entlasten. Also muss Magstadt selber die Initiative ergreifen.

Irrigerweise wird den Magstadter Bürgern seit Jahren eingeredet, dass die Osttangente zur Beseitigung des Durchgangsverkehrs durch Magstadt erforderlich ist. Dies wird ständig behauptet, doch die Sachargumente dazu fehlen. Dabei bedarf es nun wirklich keiner verkehrsplanerischen Kompetenzen um zu erkennen, dass der Autofahrer, der morgens im Westen nach Magstadt herein fährt im Osten wieder herausfährt. Und dabei ist es ihm vollkommen unerheblich, ob er beim Autohaus Bebion geradeaus fährt oder rechts abbiegt. Die Osttangente regelt eben nicht den Durchgangsverkehr, sondern schickt außerdem alle Magstadter Bürger, die nach Osten rausfahren müssen, auch auf die dann wahrscheinlich hochbelastete Südumfahrung/Alte Stuttgarter Straße bis zum Aspenschopf. Da wird jedem nachdenkenden Menschen relativ schnell klar, dass die Osttangente keine sinnvolle Lösung zur Beseitigung des Durchgangsverkehrs für Magstadt ist.

Also muss doch die Lösung zur Reduzierung des Durchgangsverkehrs woanders liegen. Der Autofahrer sucht sich den bequemsten Weg von A nach B, am besten ohne Stau. Dem „Durchgangsfahrer“ von Calw, Weil der Stadt usw. muss also die Durchfahrt durch Magstadt dergestalt erschwert werden, dass er keinen Vorteil mehr darin sieht, durch den Ort von West nach Ost zu fahren. Damit liegt doch die Lösung in der Ortsmitte. Und diese Lösung wird vertan durch den derzeit geplanten Umbau der Verkehrssituation in der Ortsmitte. Hier muss ein Einbahnring geschaffen werden vom Rathaus über die Maichinger Straße, die Mühl- Bachstraße, die alte Stuttgarter Straße, die Planstraße in die neue Stuttgarter Straße bis zum Rathaus. Damit können die Autofahrer von der Weilemer Straße nicht mehr nach links abbiegen in die Neue Stuttgarter Straße. Der Einbahnring muss mit max Tempo 20 km/h begrenzt werden. Selbstverständlich gehören noch andere Maßnahmen dazu. Bahnhofstrasse, Traubenstraße, Mäuerlesstraße usw. müssen Durchfahrt erschwert werden, und weitere Maßnahmen müssen hinzukommen. Hier benötigt es eben eines kreativen Planens, damit die Maßnahmen in sich schlüssig sind. Diese Vorgehensweise schafft gleichzeitig entlang des Einbahnrings Parkmöglichkeiten, die sich sonst nirgendwo im Innenbereich ergeben. Die Alternative ist das heutige Parksystem. Gestalterisch lässt sich ein Einbahnring sehr ansehnlich umsetzen. Andere Gemeinden machen es uns vor. Dem „Durchfahrer“ muss dann vor Einfahrt in den Ort die Umfahrung über B464, Südumfahrung bis zum Aspenschopf, weiter bis zum Gatter und zur Autobahnunterführung und umgekehrt mit eindeutiger Beschilderung der Weg um Magstadt herum angewiesen werden. Diese Hoheit haben wir selbst.

Die wenigen LKW, die das Gewerbegebiet Ost anfahren, können den Umweg durch das Hölzertal in Kauf nehmen. Das gab es schon mal. Aber ca. 8000 PKW müssen nicht täglich auf die Südumgehung/Alte Stuttgarter Straße geschleust werden, die in den nächsten 10 oder mehr Jahren verkehrstechnisch überlastet sein werden. Die meisten dieser Autos werden von Magstadter Bürgern gefahren, die Richtung Stuttgart müssen. Es ist also vor allem ein innerer Verkehr, den man gar nicht reduzieren kann, und mit einer Osttangente noch wesentlich erschwert.

Zudem sind die Kosten für eine Osttangente von über 4 Mio€ angesichts der Finanzlage in Magstadt und der bestehenden Aufgaben in den nächsten Jahren kaum tragbar. Die Sanierung der Hölzertalstraße kostet weniger als die Hälfte der Erstellung der Osttangente. Außerdem ist es unsinnig und frevelhaft, angesichts steigender Verkehrsdichte existierende Straßen zu schließen, innerhalb sowie außerhalb von Magstadt.

Für den CDU-Gemeindeverband: Joachim Barsch

  Paul Nemeth MdL Kreistagsfraktion Rainer Wieland MdEP Regionalparlament Marc Biadacz MdB